Grüngasquote: Was die geplante Quote für den Biomethanmarkt bedeuten kann

Branchenupdate

Mit dem Gebäudemodernisierungsgesetz hat der Bundestag im Sommer nicht nur die Bio-Treppe beschlossen, sondern auch eine Grüngasquote angekündigt. Bis zum 1. Dezember 2026 soll die Bundesregierung einen Gesetzentwurf vorlegen. Für Biogas- und Biomethanunternehmen ist das ein wichtiges Signal: Die Quote könnte die Nachfrage nach Biomethan im Wärmemarkt deutlich stärken.

Was bisher bekannt ist

Nach den Eckpunkten der Koalition soll die Quote 2028 mit bis zu einem Prozent starten und danach schrittweise steigen. Verpflichtet werden die Inverkehrbringer von Gas, also die Lieferanten, nicht die Verbraucher. Anrechenbar sind neben Biomethan auch Wasserstoff und synthetisches Methan. Bis 2045 sollen die Brennstoffe für die Gebäudewärme vollständig klimaneutral sein.

Zusammenspiel mit der Bio-Treppe

Die Bio-Treppe ist seit Ende Juli in Kraft. Neue Gas- und Ölheizungen müssen ab 2029 mindestens 10 Prozent grüne Brennstoffe nutzen, ab 2030 15 Prozent, ab 2035 30 Prozent und ab 2040 60 Prozent. Die Grüngasquote setzt dagegen beim gesamten Gasabsatz für Gebäude an und soll auf die Bio-Treppe angerechnet werden. Wie das genau funktioniert, ist noch offen.

Zeitplan: Wann kommt der Gesetzentwurf?

Eigentlich wollte das Bundeswirtschaftsministerium bereits bis zum Sommer Eckpunkte zur Quote vorlegen. Öffentlich sind diese bislang nicht, im September teilte die Bundesregierung lediglich mit, das Gesetz befinde sich „in Vorbereitung“. Laut Gebäudemodernisierungsgesetz soll der Entwurf bis zum 1. Dezember 2026 vorliegen. Der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags hält diese Frist allerdings nicht für rechtlich bindend. Offen sind zudem der genaue Quotenpfad, die Rolle von Importen und das Nachweissystem.

Rückenwind durch den CO₂-Preis

Parallel steigt der Druck auf fossiles Erdgas. Für 2027 sieht die BEHG-Novelle einen CO₂-Preiskorridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne vor. Ab 2028 gilt der europäische Emissionshandel ETS 2 ohne nationalen Preisdeckel. Je höher der CO₂-Preis, desto kleiner wird der Kostenabstand zwischen Erdgas und Biomethan.

Green Group: Absatzmärkte im Blick behalten

Wir beobachten die Entwicklung im Wärmemarkt eng und unterstützen Biomethanproduzenten dabei, neue Absatzwege frühzeitig zu bewerten. Gemeinsam prüfen wir, wie sich Wärme-, Kraftstoff- und Strommarkt für Ihr Biomethan sinnvoll kombinieren lassen.

Fazit: Neuer Absatzmarkt mit Potenzial

Die Grüngasquote kann den Wärmemarkt für Biomethan ab 2028 deutlich wichtiger machen. Wie groß der Effekt wird, hängt von der konkreten Ausgestaltung ab. Biomethanunternehmen sollten den angekündigten Gesetzentwurf genau verfolgen und ihre Vermarktungsstrategie frühzeitig darauf ausrichten. Sobald er vorliegt, ordnen wir ihn in unserem Newsletter für Sie ein.

Sie möchten wissen, welche Chancen die Grüngasquote für Ihr Biomethan bietet? Sprechen Sie uns gerne an – wir unterstützen Sie bei der Einordnung und bei der Vermarktung.

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